Willkommen zum Duell zwischen zwei Giganten der 3D-Druckwelt: dem PLA-Filament und dem ABS-Filament! Ob Sie neu in dieser Welt sind oder erfahrener Enthusiast: Sicher haben Sie sich schon gefragt, welche Option für Ihre Projekte die bessere ist.
In diesem Artikel beleuchten wir die besonderen Eigenschaften der beiden Filamente, PLA oder ABS, ihre häufigsten Einsatzgebiete, und helfen Ihnen, die richtige Entscheidung für Ihre Anforderungen im 3D-Druck zu treffen.
PLA-Filament: das beliebteste in der Welt des 3D-Drucks
Das Filament PLA bzw. Polymilchsäure ist bei 3D-Druck-Enthusiasten wegen seiner einfachen Handhabung und seiner Umweltfreundlichkeit sehr beliebt. Dieses Material wird überwiegend aus nachwachsenden Rohstoffen wie Maisstärke oder Zuckerrohr hergestellt, was es zu einer nachhaltigeren Option im Vergleich zu anderen Filamenten macht.
Zu den Anwendungen dieses Filaments zählen:
- Dekorationsfiguren
- Spielzeug
- Architekturmodelle
- Kunst- und Schmuckstücke
Wichtigste Eigenschaften von PLA
- Biologisch abbaubar und umweltfreundlich: PLA zersetzt sich auf natürliche Weise, was es zur idealen Wahl für alle macht, denen ein kleinerer CO₂-Fußabdruck am Herzen liegt.
- Leicht zu drucken: PLA hat im Vergleich zu anderen Filamenten eine niedrigere Drucktemperatur, in der Regel zwischen 190 °C und 230 °C, wodurch es sich für Einsteiger leichter verarbeiten lässt. Die Betttemperatur liegt zwischen 50 °C und 70 °C, empfohlen wird eine Druckgeschwindigkeit von 50–90 mm/s. Zudem ist es mit 99 % der FDM-Drucker auf dem Markt kompatibel.
- Ideal für nicht funktionale oder dekorative Teile: Da PLA im Vergleich zu anderen Filamenten spröder ist, eignet es sich perfekt für Modelle und Dekorationsstücke, die keiner intensiven Nutzung ausgesetzt sind.
ABS-Filament: Steifigkeit und Festigkeit
Das ABS-Filament bzw. Acrylnitril-Butadien-Styrol ist für seine Festigkeit und Langlebigkeit bekannt. Es ist zwar nicht so umweltfreundlich wie PLA, aber eine beliebte Wahl für alle, die belastbarere und langlebigere Teile suchen.
Zu seinen Anwendungen zählen vor allem:
- Gehäuse für elektronische Geräte
- Automobilteile
- Werkzeuge.
- Funktionale Prototypen
Wichtigste Eigenschaften von ABS
- Höhere mechanische und thermische Beständigkeit: ABS ist belastbarer und langlebiger als PLA und damit ideal für Anwendungen, die hohe Schlagfestigkeit, Steifigkeit und Härte erfordern.
- Neigt stärker zur Verformung: ABS schrumpft während des Druckvorgangs thermisch stärker, was ohne entsprechende Kontrolle zu Verformungen der gedruckten Teile führen kann. Deshalb empfiehlt sich eine geschlossene Kammer.
Die Drucktemperatur liegt bei etwa 230–260 °C und die Betttemperatur bei rund 70–120 °C.
- Gibt beim Drucken Gerüche ab: ABS kann während des Druckvorgangs unangenehme Gerüche verursachen, weshalb der Einsatz in einem gut belüfteten Bereich empfohlen wird.
PLA vs. ABS
Nachdem wir die Eigenschaften der beiden Filamente einzeln betrachtet haben, ist es Zeit für den direkten Vergleich:
Drucktemperatur:
- PLA wird bei Temperaturen zwischen 190 °C und 230 °C gedruckt.
- ABS erfordert höhere Temperaturen, in der Regel zwischen 230 °C und 260 °C.
Dieser Unterschied kann erheblich beeinflussen, welche Drucker Sie einsetzen können und wie gut die gedruckten Teile ausfallen. Wenn Sie zum Beispiel einen Drucker mit begrenzter Heizleistung verwenden, kann PLA wegen seiner niedrigeren Drucktemperaturen die notwendige Wahl sein.
Mechanische Festigkeit:
- PLA eignet sich eher für Teile, die keiner intensiven Nutzung ausgesetzt sind, etwa Dekorationsfiguren oder Modelle.
- ABS ist ideal für Teile, die höhere Schlagfestigkeit, Langlebigkeit und Hitzebeständigkeit erfordern, etwa Gehäuse für elektronische Geräte oder Automobilteile.
Wenn Sie zum Beispiel ein Gehäuse für ein elektronisches Gerät drucken, das Stürze und Stöße aushalten muss, werden Sie wegen der höheren mechanischen Festigkeit wahrscheinlich ABS wählen.
Verformung während des Drucks:
- ABS neigt während des Druckvorgangs stärker zur thermischen Schrumpfung, was ohne entsprechende Kontrolle zu Warping an den gedruckten Teilen führen kann.
- PLA weist weniger thermische Schrumpfung auf und neigt beim Drucken weniger zur Verformung.
Wenn Sie zum Beispiel ein Präzisionsteil mit exakten Maßen drucken, arbeiten Sie womöglich lieber mit PLA, um unerwünschte Verformungen zu vermeiden.
Gerüche während des Drucks:
- ABS erzeugt beim Drucken tendenziell unangenehme Gerüche.
- PLA gibt weniger Gerüche ab und ist in geschlossenen Räumen erträglicher.
Das ist besonders wichtig, wenn Sie in einem gemeinsam genutzten Arbeitsbereich oder in Innenräumen drucken. Wenn Sie zum Beispiel in einem schlecht belüfteten Raum drucken, greifen Sie womöglich lieber zu PLA, um störende Gerüche gering zu halten.
Anwendungen und praktischer Einsatz:
- PLA eignet sich ideal für dekorative, nicht funktionale Teile wie Figuren und Kunstobjekte. Sie können damit zum Beispiel ein detailreiches Miniaturmodell eines historischen Gebäudes oder eine abstrakte Skulptur zur Dekoration Ihres Zuhauses oder Büros drucken.
- ABS ist perfekt für funktionale Teile, die Festigkeit und Langlebigkeit erfordern. Sie können damit zum Beispiel ein robustes Gehäuse zum Schutz Ihres Mobiltelefons oder eine Werkzeughalterung drucken, die intensiver Nutzung standhalten muss.
Fazit PLA vs. ABS
Zusammenfassend haben sowohl das PLA-Filament als auch das ABS-Filament ihre eigenen Vor- und Nachteile, und die Wahl zwischen ihnen hängt letztlich von den konkreten Anforderungen Ihres Projekts ab. Wenn Sie eine umweltfreundlichere und leichter zu verarbeitende Option suchen, ist PLA womöglich die bessere Wahl für Sie.
Wenn Sie hingegen belastbarere und langlebigere Teile benötigen, könnte ABS die bessere Option sein.
Letztlich gibt es kein „bestes“ Filament, sondern das jeweils passende Filament für die jeweilige Situation. Probieren Sie beide aus und finden Sie heraus, welches für Ihre 3D-Druckprojekte am besten funktioniert.
Und Sie? Welches verwenden Sie?

